Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist.— Hesekiel 36,26a

Liebe Leserin, lieber Leser unseres Gemeindebriefes.

Das neue Jahr 2017 hat begonnen. Wieder ist ein altes Jahr vorbei, wieder ist Januar, wieder kommen mir die Feiertage wie ein seltsam geballtes Knäuel von Freude über das Wunder von Weihnachten, Arbeit, Freizeit, Familie und Stress vor. Irgendwo mittendrin bin ich.
Haben Sie sich, hast Du Dir etwas fürs neue Jahr vorgenommen? Gute Vorsätze, das steht ja bei vielen am 31.12. und am 01.01. auf dem Programm.
Aber ganz im Ernst: Wie lange halten diese Vorsätze. Es ist eine alte Leier, jeder weiß es, und doch passiert es jedes Jahr aufs Neue: Wir nehmen uns Dinge vor und stellen dann nach 4-8 Wochen ernüchtert fest, dass wir zwischen 80-100% dieser Vorsätze nicht durchgehalten haben. Das Alte hängt uns schwer an. Wie gut, dass uns für dieses Jahr das Neue in der Jahreslosung versprochen ist: Ein neues Herz, ein neuer Geist. Nach einer langen, schonungslosen Analyse kommt dieses Versprechen Gottes an Isra-el. Er wendet sich gnädig seinen Ihm widerspenstigen Menschen zu – auch uns.
Gott setzt dem Ganzen aber noch einen drauf: Er verspricht ein neues Herz, einen neuen Geist. Das alte Herz ist voller Risse, Verletzungen, Abwendung von Gott. Es braucht nicht nur den neuen Geist, es braucht auch ein neues Gefäß dafür – wie Jesus es später mit dem Vergleich des alten und neuen Weins in alten und neuen Schläuchen deutlich macht. Dieses Gefäß „liefert“ Gott gleich mit. Er beschenkt uns mit einem neuen Herzen – und er wird nicht scheitern, wenn wir sein Wirken an uns zulassen. Die Künstlerin Evelin Woker hat dieses Neu-Werden eindrucksvoll in Ihrem Bild zur Jahreslosung gestaltet.

Bild zur Jahreslosung gestaltet von Evelin Woker

Darum ist das, was ich, was Du jahrein, jahraus immer wieder tust, eigentlich eine Nuance verkehrt. Nicht ich sollte mir etwas Neues vornehmen, sondern Gott um das Neue bitten.
Anstatt mir selbst gute Vorsätze aufzugeben, will ich Gott beim Wort nehmen, ihn bitten und fragen: Herr, wo willst Du mich erneuern? Wo willst Du an mir arbeiten? Und: Herr, bitte erneuere Du mich! Bitte arbeite an mir! Bitte schenke mir ein neues Herz, erfülle mich mit einem neuen Geist! Und ganz wichtig: Bitte hilf mir, dieses Neue auch anzunehmen und die Wege zu gehen, die Du mir zeigen wirst.
Wenn wir uns darauf einlassen, dass Gott unser Leben neu macht – dann verändert sich auch etwas. Denn Gottes Geist ist eine gewaltige Kraft, die weit über unsere Möglichkeiten hinaus neue Wege finden kann. In den letzten beiden Jahren habe ich mich bewusst auf Gottes Erneuerung in meiner Biografie eingelassen, Ihm die Sachen gegeben und um Heilung gebeten und er hat an großen Wunden wirklich Heilung geschenkt. Narben bleiben, aber es tut nicht mehr weh, wenn jemand darauf haut. Auch das heißt Erneuerung: Ich kann Gott es zutrauen, dass er zu seiner Zeit auch die tiefsten Wunden heilen kann. Und wenn er dann die Situationen dazu schenkt, soll ich nicht zurückzuschrecken, sondern mutig und entschlossen die Sache angehen. Denn in diesen Momenten darf ich und darfst Du wissen: Gott ist an Deiner Seite, er hilft Dir, auch wenns schwer fällt – und am Ende kommt ein neues Herz, ein geheiltes, befreites Herz dabei heraus, das Ihn ehrt.
Darum lade ich Sie und Dich ein: Bitte Gott um Erneuerung wo Er es für nötig hält und bitte Ihn um die Kraft, das anzugehen, was ER Dir zeigt! Entscheide Dich dazu, das dann auch wirklich anzugehen! Und: Nimm Dir an Vorsätzen fürs neue Jahr nur so viel vor, wie Du wirklich umsetzen kannst. So gelingt ein guter Start ins neue Jahr in Gottes Sinn, und den wünsche Ich Dir und Ihnen.
Ihr / Euer Pastor Enrico Klee