Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.— Lukas 24,5.6

Lieber Leser, liebe Leserin unseres Gemeindebriefes
„Es steht auf Messers Schneide!“ „Es geht um Leben und Tod!“ „Wann sehe ich endlich das Licht am Ende des Tunnels?“
Gefühle, Erkenntnisse, Ängste, Sehnsucht und schmerzhafte Erfahrungen spiegeln sich in diesen Sätzen wieder. Zwischen Leben und Tod, Anfang und Ende spielt sich unser Leben ab. Das Leben bietet große Möglichkeiten und doch gibt es immer wieder diese Pole, die alles bestimmen.
Die Frage: „Wann darf ein Leben zu Ende sein?“ beschäftigt uns gesell-schaftlich heute immer mehr. Eine große gesellschaftliche Debatte ringt mit der Frage: „Sollten wir Menschen das gute Sterben nicht ermögli-chen?“ Der Wunsch nach Selbstbestimmung steht hier im Vordergrund: „Ich will mein Ende selbst in der Hand haben.“ Der Fokus wird auf das Sterben gelegt, auf den Tod. Und von diesem Fokus aus wird das Leben in den Blick genommen.
Aber: stimmt dieser Fokus? Schauen wir in die Bibel, sehen wir einen anderen. In der Osterbotschaft der Engel am Grab wird uns überdeutlich gezeigt: Gott hat das Leben im Blick. Er ist ein Gott der Lebenden, nicht der Toten, so sagt es Jesus (z.B. in Matthäus 22).
Darum ist es Weihnachten geworden. Darum ist Jesus diesen Weg des Leidens gegangen. Darum gab es Karfreitag und Ostern. Genau darum: weil Gott das Leben im Fokus hat. Jesus, der Lebensgeber (Joh 6,35), hat für unser Leben sein Leben gegeben (Joh 3,16).
Und damit konnte er nicht im Tod bleiben (Apg 2,24), sondern hat dem Tod jegliche Macht genommen.
Begleiten wir andere Menschen in schwerer Zeit und wollen wir ihnen wirklich gut tun, dann sollten wir mit der Frage nach dem guten Tod auf-hören, denn sie entspricht nicht Gottes Ziel mit uns.
Die Frage, die eigentlich gestellt werden muss im Blick auf das Alter und auf todkranke und sterbende Menschen, ist darum diese: „Sollte Men-schen nicht das würdevolle und möglichst schmerzfreie Leben so lange wie möglich ermöglicht werden?“ Und: „Setzen wir wirklich alles daran, dass Menschen in Würde und möglichst guter Art und Weise leben können?“
Die Fragen um das Leben müssen bei uns viel stärker im Blick sein – weil Gott uns Menschen mit Jesu Auferstehung das Leben in unser Sichtfeld gerückt hat.
Die Osterbotschaft sprengt unser Denken. Denn das Leben ist nicht mit dem Fokus auf das Ende und den Tod zu finden, nicht auf Friedhöfen, nicht in Chroniken, nicht in toten und kalten Ritualen und Traditionen, sondern allein bei Gott. Nur bei Ihm finden wir das Leben. Und Er ist bei den Menschen, dort wo das Leben gut läuft und auch dort, wo es sich in bedrückender Weise abspielt.
Er ist da, Jesus lebt, Er hat den Tod überwunden. Das ist die Botschaft der Engel am leeren Grab. Diese Botschaft feiern wir – in diesen Wochen der Passions- und Osterzeit.
Die Passionszeitkalender setzen wieder Impulse zum Nachdenken über das Leben. Der Film „Von Menschen und Göttern“, den wir Anfang März in der Kreuzkirche sehen, macht deutlich, was es bewirken kann, wenn wir unser Leben an Gott binden und anderen mit unserem Leben helfen. Im Werkzeugkasten der Gaben Gottes werden wir weiter schauen, womit Gott uns zum Leben gut ausrüstet. Die Botschaft der Liebe Gottes in Seiner Hingabe und in der Auferstehung feiern wir an Karfreitag und Ostern. Wie unglaublich und lebensverändernd diese Botschaft ist, wird im Film „Auferstanden“ deutlich, den wir am Karsamstag in der Kreuzkirche sehen. Und auch nach Ostern wird der Bogen weiter gespannt: Z.B. mit unserem Stand auf dem Frühlingsfest und in der Show mit Mr. Joy, wo dieser Blickwechsel Gottes hin zum Leben in Löhne weitergetragen wird.
Dass Gottes Fokus auch unserer bleibt, dass das Leben und die frohe Botschaft vom Sieg über den Tod unser Herz prägt und sich daraus Bahn bricht zu anderen, das wünsche ich mir und Ihnen und Euch. Gott segne Sie und uns alle und rücke unseren Blickwinkel zurecht: weg vom Tod, hin zum Leben!
Ihr / Euer
Pastor Enrico Klee