Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.— Hesekiel 37,27

Liebe Leserin, lieber Leser,
wie schön ist es, wenn jemand uns besucht. Gerade in der dunklen Jahreszeit tut das richtig gut! Mir geht in solchen Tagen eine Situation aus meiner Teenagerzeit nicht mehr aus dem Sinn, für die ich Gott immer wieder danke: Ich hatte Novemberstimmung im Kopf, keine Lust auf gar nichts und mein Kopf suchte verzweifelt, was er denn anfangen sollte – und wenn er was gefunden hatte, verwarf ich es sofort wieder. Dann klingelte jemand an der Türe, ein paar Leute aus meiner Jugendgruppe standen da und ich war über den spontanen Besuch überrascht. Sie luden mich ins Kino ein, und ich ging voller Freude mit, denn: Da waren Leute, die an mich dachten. Das hat sich tief in mein Herz geprägt.
Der Monatsspruch für November nimmt das auf, was wir in dieser Zeit feiern: Gottes heilsamen Besuch bei uns, seinen Geschöpfen. Es ist manchmal Gottes Art, uns zu überraschen. Zwar hält er uns nicht davon fern, dass Novembernebel und Dezemberhektik unseren Alltag wahrhaftig und im übertragenen Sinne belasten. Und Gott verhindert auch nicht, dass wir den einen großen Seufzer oder auch die andere verzweifelte Klage aus unserem Mund zu ihm schreien. Aber er schenkt uns durch solche Kleinigkeiten wie einen Besuch, einen Liedvers, einen Gedanken oder durch große Dinge wie einen Besuch, einen Liedvers oder einen Gedanken immer wieder Licht ins Novemberdickicht.
Gott besucht uns. Aber: ein Besuch ist schnell wieder weg. Die Situation bei mir damals ging vorbei. Und dann? Dann drängt sich vielleicht wieder das sprichwörtliche Novembergrau in unsere Seele. Darum hat Gott sich nicht nur zum Besuch aufgemacht. Er will bei uns wohnen. Beim Volk Israel hieß das damals: Er wohnt im Tempel in Jerusalem. Mit Jesus Christus ist er dann als Mensch in unsere Welt gekommen. Der Heilige Geist ist Gottes Präsenz auf der Erde. Mitten unter uns will Gott wohnen. Aber wie bekommen wir das mit? Nun: Wenn ein Prominenter nach Löhne zieht, dann erfahren wir es durch die Zeitung oder die „Buschtrommeln“. Wenn wir diese Signale wahrnehmen, kommen wir dem Prominenten auf die Spur und wenn wir uns in seine Richtung begeben, begegnen wir ihm vielleicht auch. Damals in Israel war der Gang zum Tempel die Möglichkeit, Gott zu begegnen. Heute haben wir viele Möglichkeiten, Gott auf die Spur zu kommen: Im Lesen der Bibel, im Gottesdienst, im Singen von Liedern, die Gott ehren…
Weil er nicht weit weg wohnt, wünsche ich Dir, dass Du Dich auf Gottes Spur begibst, dass Du Seine Nähe erlebst, dass Du im Novemberblues das Klingeln Gottes an deiner Herzenstür hörst, dass Du auch den Weg zu anderen wagst und so vielleicht ihnen ihr Novembergrau heller machst und dass Du Dich im Adventstroubel ganz bewusst auf den Weg begibst, um Gott zu finden. Das hier könnte so ein Weg sein: Teile Dir die Weihnachtsgeschichte aus Lukas Kapitel 2 in 24 Einheiten ein und denke jeden Tag über einen Teil nach. Das Nachsinnen über Gottes Wort und seine Art, uns Menschen zu begegnen, kann Dich im Vertrauen auf Gott enorm bereichern und Dir auf dem Weg mit Gott helfen, IHN ganz neu zu entdecken.
Ein gesegnetes, in allem Tiefen und Höhen von Gottes Nähe begleitetes Jahresende mit einem frohen, bewahrten und einprägsamen Weihnachtsfest, wünscht Dir und Ihnen
Dein / Ihr Pastor Enrico Klee