Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht!— Johannes 19,30

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Liebe Leserin, lieber Leser unseres Gemeindebriefes
Erinnerst Du Dich noch an Dein letztes Projekt, Deine letzte große Herausforderung? Der Moment wo Du zum Ziel gekommen bist? Wie war der? Die letzte Prüfung hinter dir, alles für den Master erledigt, das Projekt abgeschlossen, den Dauer-Patienten entlassen… Dieser Moment, wo Du denkst, fühlst: „Es ist geschafft!“ Es ist nur ein Moment, aber ein wichtiger. Alle Kraft ging dort hinein, Du bist vielleicht an die Schmerzgrenze, über die Belastbarkeitsgrenze hinausgegangen – und nun: Vorbei.
Jesus Christus ist für uns diesen Weg gegangen. Jener Moment in seinem Leben hat die Welt verändert. Er hat seinen Auftrag zur Vollendung gebracht. Zum bittersten nur vorstellbaren Ende. Es ging um nichts weniger in seinem Leben als uns Menschen Gottes Liebe und Vorstellung vom Leben und dem Reich Gottes zu zeigen. Er war und ist Mittler, Sohn des Höchsten. Er war und ist Brückenbauer, zwischen uns Menschen und Gott. Brückenbauer über den tiefen Abgrund der Sünde, der Schuld, die uns tagtäglich voneinander und von Gott trennt. Unser Eigensinn, unser Stolz, unsere Undankbarkeit, unser Wegsehen und Weghören. Diese Schuld, diese Sünde, diese Trennung war die unendlich schwere Last, die auf Jesu Schultern lag. Sein Ende, die Hinrichtung am Kreuz, war an sich schon schwer genug und hat alles an Schmerzen gekannte rein physisch schon in den Schatten gestellt. Dazu kamen aber wir, unsere Sünden, Deine und meine Schuld. All das hat ihn tief gedrückt, von Gott weggedrückt. Als Gottverlassener, von sich selbst Getrennter stirbt Jesus Christus. Nicht, weil er musste, sondern weil er liebt. Dich und mich liebt. All das bündelt sich, verdichtet sich wie im Brennglas in dieser Situation am Kreuz auf Golgatha. ER trägt: Deine und Meine Schuld. ER trägt und erträgt: Dein und Mein Weglaufen von Gott. ER hält aus – bis zum bittersten Ende. An Deiner und meiner Stelle. Am Ende steht dieser Moment, der die Welt verändert: „Es ist vollbracht.“ Es ist zum Ende, zur Erfüllung, zum Ziel gekommen. Der, der allen Überblick hat, der, der Richter über alles und Herr aller Herren ist, ER, vor dessen Urteil sich niemand entziehen kann, er selbst sagt aus: Es reicht, es ist zum Ziel gekommen, vollendet, der Auftrag ist vollbracht.
Und so, wie Du in diesem Moment nach einer Prüfung nichts mehr tun kannst – so ist es gewiss: Es braucht nichts mehr, es ist alles getan. Jesus Christus hat alles getan. Alles was von Gott trennt, ist nun erledigt: Sünde, Schuld, Tod und Teufel sind endgültig in ihre Schranken gewiesen, überwunden, besiegt. Die Auferstehung bezeugt das, besiegelt das, verkündet das: „Der Tod ist verschlungen vom Sieg“ (1Kor 15,54). Für mich und für Dich heißt das: Die Brücke ist gespannt, das Gerüst ist abgebaut, sie trägt wirklich. Du kannst durch den Glauben, mit einem einfachen „JA“ zu Jesus Christus, in Beziehung zu Gott treten. Du kannst und brauchst und musst nichts mehr dazutun – denn: Es ist vollbracht. Jesus Christus hat ALLES getan, alles was nötig ist. In dieser Gewissheit können wir unser Leben und unsere Beziehungen gestalten. Wir können, dürfen und sollen immer wieder Gott und einander unsere Schuld bekennen, Vergebung empfangen und selbst auch Vergebung gewähren, einander helfen, trösten, zuhören, ermutigen und wo nötig auch ermahnen. Denn in Jesus Christus liegt unsere Hoffnung, der uns mit seinem Wort versichert: der Himmel steht uns offen, über den Tod hinaus.
Ich wünsche Dir und mir diese Hoffnung, diese Gewissheit, dieses Vertrauen auf Gott, das sich ins Leben auswirkt – nicht nur aber besonders in diesen Tagen der Passions- und Frühlings-Zeit.
Dein / Ihr Pastor Enrico Klee

Es ist alles getan, es ist vollendet – it‘s finished

Was ist denn vollbracht?
Körperliches Leid, Schmerz, Folter, Alleinsein
Verlassen sein.
Schuld bis über die Schmerzgrenze.
Sünde – Trennung von Gott und Strafe
Stellvertretung
Aushalten, Ertragen, unendliche Schmerzen.
Es kommt alles zum Ziel.
Jesu Schmerzen – unser Heil!
Nicht das Ende sondern der Anfang der neuen Zeit.
Nicht zerstörte sondern lebendige Hoffnung.
Nicht Sonnenuntergang sondern Sonnenaufgang nach dunkler und bitterer Nacht.
Das Ende allen Leids!
Die Souveränität Gottes!

Wenn du etwas fertig hast – es fällt die Last ab. Du trägst schwer hast Stress, es ist Freude aber auch Mühe, es ist Leidenschaft und doch Druck – von innen oder außen. Schuld ist Last, Schuld und Sünde trennen – uns voneinander, uns von Gott. Sie sind Keile – und Keile aus einer harten Verklemmung zu befreien, das geht nicht anders als mit hoher Anstrengung, Schwerstarbeit, gegebenenfalls auch Einschnitte, Verlust.
Jesus: trägt DIR die Schuld!

Der Moment mit dem die Ruhe einkehrt – Trauer und Wut, wenn etwas zu Ende geht, Verlust des Ziels, weil es erreicht wurde, Abschluss des Alten. Jesu Mission ist erfüllt – es beginnt was neues, das Alte ist völlig abgeschlossen – durchgekämpft – und das Ende liegt in Gottes Hand. ER hat sich auf Gott verlassen – und Gott enttäuscht nicht – die Auferstehung folgt.