Gedanken zum Monatsspruch Dezember

 

Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut.     Matthäus 2,10

Liebe Leserin, lieber Leser unseres Gemeindebriefes

Wann hast du dir das letzte Mal Zeit genommen, in den Sternenhimmel zu schauen? Bei den vielen klaren Nächten der letzten Monate war die eine oder andere Situation dabei, wo meine Blicke abends nach einer Sitzung oder einer Bibelstunde nach oben gingen. Großartig, überwältigend. Bei solchen Anblicken fällt mir regelmäßig ein Psalm ein: Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? (Psalm 8,4-5)

Gott hat all das gemacht, und doch hat er uns Menschen im Blick. Jeden einzelnen, dich und mich. Er hat den Überblick und kennt und liebt dennoch jeden Menschen. Und er freut sich darüber, wenn wir seine Zuwendung zu uns mit unserer Zuwendung zu ihm beantworten.

Der Blick zu den Sternen lässt mich genau darum immer wieder staunen und gibt mir tiefe Freude ins Herz. Es ist spannend dann bei Matthäus zu lesen, dass selbst nicht-jüdische Magier beim Anblick eines Sterns große Gefühle bekamen: hohe Freude. Warum eigentlich? Sie kannten doch als Weise einer fremden Kultur den Sternenhimmel auswendig.

Unser Gott hat jeden Menschen im Blick, d.h. auch sie. Darum nutzt er ihre alltägliche Arbeit. Er geht zu ihnen auf Augenhöhe und zeigt ihnen in ihrem Verstehenshorizont, was er für die Menschen vorbereitet hat: Er selbst kommt zur Welt, in einem kleinen Kind in Bethlehem. Die Magier erkennen, dass es eine sehr außergewöhnliche Erscheinung ist, die sie da sehen. Sie kennen die Bedeutung der Stellung des Sterns in diesem bestimmten Sternbild. Und sie machen sich auf den Weg, um diesem besonderen Kind, die Ehre zu geben. Und sie ehren Gott damit. Der Stern war ab und an nicht zu sehen. Ihn wiederzusehen erfüllte sie mit Freude.

Gottes Licht wird in dieser Adventszeit ein roter Themen-faden werden. Wir werden ausführlich hineinsehen in das Wunder Gottes, dass er in Jesus in die Abgründe dieser Welt hineinscheint. Die Magier haben sich von diesem Licht herausfordern lassen, auf eine weite Reise zu gehen. Und wir? Ich wünsche uns, dass Gottes Licht uns zum Staunen bringt. Und dass wir selbst als Lichter der Welt Gottes Licht in unserem Tun und Reden in unsere Umgebung, unsere Welt tragen. Zu den Menschen, die wir kennen, und auch zu denen, die wir sonst nicht im Blick haben. Wie? So wie es Gott mit den Magiern getan hat: Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, sie wertzuschätzen, ihnen genau da Gottes Größe und Liebe zu ihnen zu zeigen. Das geht im persönlichen oder auch im größeren Rahmen. Einer dieser Rahmen ist das Weihnachts-projekt am 21.12. im Bahnhof, es kann aber auch der Trost von Angehörigen oder das gute Wort an dir nicht so bekannte Leute sein, denen du begegnest. Gottes Licht weiterzugeben ist vielfältig.

Ich wünsche uns und Euch darum zweierlei: Zum einen: dass wir wie die Magier staunen und von Freude erfüllt werden, wenn wir Gottes Zuwendung zu uns erkennen oder erleben. Und zum anderen, dass wir mutig und kreativ sind, alleine oder mit anderen zusammen Sein Licht weiterzugeben.

Einen guten und folgenreichen Blick auf Gottes Licht für diese beiden letzten Monate von 2018 wünscht Euch Euer Pastor

Enrico Klee

SterneEKlee2018

Bild und Bildrechte: E. Klee