GEDANKEN ZUR JAHRESLOSUNG 2019

Suche Frieden und jage ihm nach! Psalm 34,15

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Jahreslosung im Verlag am Birnbach – Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Liebe Leserin, lieber Leser

Es gibt viele freie Seiten. Das Jahr liegt vor uns und wir nehmen es aus Gottes Hand. Was nimmst du Dir vor? Was steht an? Welche Herausforderungen machen Dir jetzt schon Gedanken? Und: Wie sollte in diesem Jahr das Motto, der Satz sein, der Dich leitet?

Die Jahreslosung ist in jedem Jahr wie so ein Leitsatz für mich, der dieses Jahr prägen darf.

Es geht in diesem Jahr ums Suchen und ums Finden. In meiner Vorstellung tut sich eine dynamische Szene auf – und zugleich eine dramatische. Da ist etwas verloren gegangen, was gesucht wird, dem hinterhergejagt wird.

Wir als Gemeinde suchen in diesem Jahr: neue Mitglieder der Gemeindeleitung, neue Gemeinschaft miteinander und in Gottes Wort suchen wir Wegweisung für unser Leben – für jeden Einzelnen und für die ganze Gemeinde.

Wir sind aufgefordert zu suchen. Doch wissen wir wie es geht? Suchen will gelernt sein. Meinen Kindern bringe ich Stück für Stück bei, wie Suchen geht. Ein bestimmtes Legoteil finde ich am Besten, wenn ich das Lego durchsuche. Eine Idee finde ich da, wo ich mir Zeit und Raum für Kreativität lasse und den Stift oder die Schere einfach mal in die Hand nehme. Suchen ist etwas sehr Aktives. Die Frau aus Luk. 15, die den Groschen verloren hatte, hat alles auf den Kopf gestellt – um zu suchen.

Suchen hat immer ein Ziel. Die Jahreslosung lädt uns zum Suchen nach dem Frieden auf, dem Schalom. Das ist Frieden, wie wir ihn uns ersehnen: Ganz und gar. Frieden und Wohlergehen am Leib, an der Seele, in den Beziehungen zu Mitmenschen, Familie und vor allem zu Gott. Soll ich den Frieden suchen, höre ich zweierlei: Erstens: Ich soll das mir Mögliche dazu tun, dass Frieden aufkeimen kann, erhalten bleibt und nicht zerstört wird. Z.B. indem ich Dinge in der Familie kläre, bevor sie sich ins Herz einfressen. Oder ich wäge ab: Dient diese Konfrontation dem Frieden? Oder dient es ihm diesmal eher, wenn ich zurückstecke oder einen Kompromiss eingehe? Zum Frieden kommen wir unterschiedlich. Ich höre Zweitens, dass ich Gott um Frieden bitten kann (Vgl. Jer. 29,7). Er ist der Friedefürst, ER ist der, der weiß, wie Frieden geht.

Dass wir den Frieden überhaupt suchen müssen macht mir aber schmerzhaft bewusst: Er ist zerbrechlich, sensibel gegenüber unserem Egoismus. Zwischen Menschen, zwischen Völkern, zwischen Familie und Geschwistern in der Gemeinde kann er schnell verloren gehen. Ein falsches Wort, eine missverstandene Geste – schon ist es mit dem Frieden dahin und wir beginnen neu, ihm hinterherzujagen. Wie eine Treibjagt sollte es dann sein: Frieden suchen, entdecken, hinterherjagen bis wir ihn haben. Da steckt viel Dynamik drin und Aktivität, aber auch Sensibilität. Denn: Frieden zu suchen, zu jagen muss behutsam geschehen. Nicht mit Gewalt, nicht mit blinder Rechthaberei, nicht mit hoher oder geistlich verbrämter Autorität, sondern werbend, mit einem Herzen, dass dem anderen so begegnet, wie er von Gott gemacht wurde: als Mensch, als Ebenbild Gottes.

Ich merke: das ist nicht immer einfach, sondern manchmal ganz schön anstrengend und schwer. Wie gut, dass Jesus Christus der ist, der mein Herz zuerst zum Frieden bringt! Sein Kreuz ist der Ort, wo unser Menschliches Begrenztsein auf Gottes unendliche Möglichkeiten trifft, wo Sünde auf Vergebung, Ungerechtigkeit auf Gerechtigkeit prallt und wo wir Heilung, Frieden erleben.

Jesus ist der, der wirklichen Frieden wirkt – in meinem und deinem Herzen. Und er kann durch dich deiner Familie, deinem Freundeskreis Frieden bringen. Weil er nichts schönt, weil er nichts unterschlägt, weil er nichts überdramatisiert, weil er jeden Menschen liebevoll ansieht und ihm Frieden bringen will. Gott hat die Aufgabe zuerst erledigt: ER hat durch Jesus Christus den Frieden gesucht, ist ihm nachgejagt und er hat ihn der Welt gebracht.

Wenn ich nun auf meine leeren Seiten schaue, dann will ich mir eins vornehmen und lernen: Den Frieden zu suchen, ihm nachzujagen mit meinen Kräften.

Ein Veranstaltungen in diesem Jahr bei uns wollen diesen Weg des Friedens aktiv unterstützen: Ab dem 10. Januar gibt es den Ehekurs. Er ist eine gute Hilfe, diese wichtige Beziehung zu pflegen und ihr den Tank des Friedens aufzufüllen. Die Legotage im März verbinden und fördern den Frieden zwischen Alt und Jung, zwischen Gemeindefremd und Mittendrin. Der Bahnhofsgottesdienst Ende April setzt Zeichen des Friedens in Löhne – indem er den Friedefürst Jesus Christus dort groß macht, wo die Menschen sind: mitten in der Stadt. Und der Stadt-Gottesdienst Ende Juni auf dem Findeisenplatz feiert und vertieft den Frieden zwischen uns Christen in Löhne – indem wir gemeinsam unseren Herrn und Gott feiern und anbeten und auf sein Wort hören.

Ich bin gespannt, wie es in diesem Jahr in meinem Leben wird, wie die Seiten des Jahres sich in der Gemeinde und bei mir zuhause füllen und ich bin dankbar, dass Jesus dabei ist!

Viel Erfolg beim Suchen und Jagen des Friedens und Gottes Frieden für jeden Tag

wünscht Dir Pastor Enrico Klee