Das Corona-Virus geht um, wir sollten möglichst nur noch zuhause umhergehen. Unsere Kreuzkirche ist bis incl. 19. April zu. Und nun? Kopf in den Sand? NEIN! Hier gibts Ermutigungen für Dein Leben in diesen Zeiten. Es gibt Links zu Gottesdiensten – aufgenommen oder live gestreamt. Und es gibt aktuelle Infos unserer Gemeinde und ja, auch das gehört dazu: ganz unten findest Du allgemeine Hygienehinweise.

Aktuelle Informationen

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Freitag, 03. April 2020

Auszüge aus der SamstagsPost vom 04. April 2020

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde
Es ist wieder soweit.
Ihr haltet die dritte SamstagsPost in den Händen. Diesmal geht es um den Weg Jesu, den er für uns gegangen ist: Hinauf nach Jerusalem. Dass das nicht nur Freude, sondern Leid aber auch Hoffnung bedeutete, wird in den Texten, Liedern und Impulsen deutlich. Auch im Online-Gottesdienst zum Palmsonntag ist dies das zentrale Thema. Wir haben ihn diese Woche in der Kreuzkirche aufgezeichnet Ab Sonntag 09.00 steht er dann im Internet (s.u.) und kann angesehen werden. Ich wünsche Euch gute Impulse und grüße Euch herzlich, Euer Enrico Klee

Jesus Christus spricht (Lukas 18,31b):
Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.

Bibeltext:       Lukas 18,31-34
Zusätzliche Texte: Jesaja 52,13 – 53,12 und Johannes 12,12-19

Das Ziel vor Augen halten
Liebe Gemeinde
Seht wir gehen hinauf nach Jerusalem. Jesus startet mit seinen Jüngern auf einen anstrengenden Weg, einen Weg ins Leid. Auch wir gehen im Moment in diesen Wochen durch eine angespannte Zeit. Bei der Wahl zum Unwort des Jahres würde meine eigene Wahl sehr deutlich so ausfallen: Corona-Krise. Zugegeben: Auch ich nutze dieses Wort derzeit sehr häufig. Es ist die beste Beschreibung für das, was wir gerade alle miteinander erleben. Damit meine ich nicht nur die Abstandsregeln, Vorsichtsmaßnahmen, Quarantäne-Situationen und das Leid der vom Virus Betroffenen. Mit Corona-Krise verbinde ich auch das Bombardement mit Nachrichten zu diesem Thema. Es gibt scheinbar nichts Anderes. Wir werden damit überschwemmt. Unser Fokus wird stark auf das IST gelenkt. Alles andere scheint so unsicher, dass wir am Besten gar nicht daran denken.
In der Bibel finden wir aber einen anderen Blick. Jesus fordert seine Jünger und uns auf: Seht! Schaut hin! Ein tiefes Tal kommt! Er beschreibt sein bevorstehendes Leid und beschönigt nichts. Am Sonntag, dem Palmsonntag, beginnt die Karwoche, die Woche der Trauer. Wir erinnern uns an das Leiden und Sterben von Jesus an unserer Stelle. Er hat für uns gelitten. Das IST so. Das ist alles andere als schön. Das ist dramatisch und an Grausamkeit einerseits und Liebe andererseits kaum in Worte zu fassen. Doch Jesus bleibt nicht beim Blick auf sein Leid stehen. Er nimmt etwas Anderes ins Visier: Sein Fokus liegt auf dem, was danach kommt: das neue Leben, seine Auferstehung. Er schaut durch das IST hindurch auf das DANN.
Unser IST ist klar und wird vielleicht noch einmal herausfordernder, da nun die Ferien losgehen. Viele von uns treten in eine weitere Phase der Herausforderung ein. Neben die bisherigen Fragen nach Arbeit tritt die Frage nach der Kinderbetreuung ohne Aufgaben aus der Schule. Viele von uns werden weiteren tiefen Schmerz erleben: Über den abgesagten Urlaub, über das Nicht-Wiedersehen-Können der Eltern, Großeltern, Enkel, Geschwister oder geliebten Freunde, über die geschlossenen Tafeln. Es wird auch bei uns hier in Löhne neben den Online-Gottesdiensten und der SamstagsPost keinen denkwürdigen Karfreitags-Gottesdienst, kein gemeinsames Osterfrühstück, keinen festlichen Gottesdienst zu Ostern geben. Einige von uns werden damit zu kämpfen haben, dass sie selbst bzw. ihr Angehörigen oder Freunde unter dem Virus leiden oder dass sie bei der Beisetzung von verstorbenen Familienangehörigen nicht dabei sein können oder die Hochzeit des befreundeten Paares nicht miterleben dürfen. All das und vieles andere mehr treibt uns um, schmerzt massiv. Das IST so.
Bleiben wir nun dabei stehen, dann verzweifeln wir. Blicken wir nur auf das Leid, nur auf Corona und seine Auswirkungen, dann verglimmt unser Lebensfeuer früher oder später. Auch Jesus ging einen Weg zum Verzweifeln. Aber sein Weg endete NICHT am Karfreitag, sondern setzte sich an Ostern fort. An Ostern gewann das Leben. Darauf will Jesus unseren Blick bereits jetzt richten: Auf ihn, auf das Leben, auf das, was nach dem Schmerz und der Verzweiflung kommt und auf die Ewigkeit bei IHM. Im Glauben an Jesus bekomme ich diesen Blick: Durch das IST hindurch auf das DANN, das voller Leben ist. Aus dem Glauben an IHN schöpfe ich damit auch die Kraft, die ich heute in meinem Alltag so dringend brauche.
Ich bin davon überzeugt: Die Corona-Krise wird nicht das letzte Wort haben. Es wird weitergehen. Wir werden wieder ins Leben kommen, auch als Gemeinde. Darum: Lasst uns doch in all dem Leid schon heute den Blick heben und aufs Leben sehen und auf den, der uns das Leben schenkt: unseren Herrn Jesus Christus. Wie wäre es z.B., wenn Du dir heute schon eine Sache für die Zeit NACH Corona vornimmst? Ohne Termin, aber fest entschlossen: Das und das will ich tun, so und so feiere ich dann den „Neustart“ des Lebens. Eine besondere Radtour, ein Grillfest, einen Filmabend, eine Familienfeier außer der Reihe, ein eigenhändiges Gedicht, eine Extra-Zeit mit deinen Kindern, eine Übernachtungsaktion mit deinen Enkelkindern….
Was auch immer es ist: Es wird Dein Herz aufleben lassen. Vorfreude wird sich ausbreiten. Dein Blick wird sich wenden: Vom Schmerz und Unwort der „Corona-Krise“ auf das besondere Ereignis, das Du Dir vorgenommen hast und auf Jesus Christus selbst.
Jesus sagt uns: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem. Er geht mit seinen Jüngern dort hin, durch Leid wie es Gott durch die Propheten vorausgesagt hat, doch vor allem geht er mit ihnen aufs Leben zu.
Ich wünsche Euch und mir diese Hoffnung, dieses Vertrauen auf Gott. Denn nicht Corona hat das letzte Wort, sondern der, an den wir glauben, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist: Unser Herr Jesus Christus. Ich wünsche Euch eine gesegnete Karwoche, bleibt gesund und behaltet das Leben im Blick, das unser Herr uns schenkt. Euer Pastor Enrico Klee

Lieder zum Thema
Wie soll ich dich empfangen (Johann Crüger / Paul Gerhardt)
Meine Zuflucht und Stärke (Albert Frey)
Hosanna in der Höhe (Carl Tuttle / Helga Koenig)

Gebet: bete Psalm 104 (Lob des Schöpfers)

In besonderer Not, schreie deine Angst und Not zu Gott:
bete Psalm 88 (Gebet in großer Verlassenheit und Todesnähe)

Karwoche und Ostern
In dieser Woche feiern wir Karfreitag und Ostern.
Wir erinnern uns an Jesu Leiden und Tod für uns und an seine Auferweckung durch Gott am dritten Tag.
In diesem Jahr können wir leider nicht zusammen feiern. Dazu wird es am Gründonnerstag eine besondere Ausgabe der SamstagsPost geben. Sie wird eine Anleitung und Material für einen Karfreitags-Gottesdienst mit Kreuzweg für zuhause enthalten. Zusätzlich wird es einen Vorschlag für die Feier des Abendmahls zuhause geben. Wir haben vor, Euch die neue Osterkerze vorzustellen, die Evelin Woker wieder gestaltet. Wenn Du in deiner Familie ein Osterfrühstück machst oder selbst einen Osterspaziergang unternimmst: schick mir gerne ein oder zwei Fotos davon. Wir werden sie in der nächsten SamstagsPost und wenn du damit einverstanden bist auch auf der Internetseite aufnehmen. So können wir miteinander Gemeinschaft erleben, auch wenn wir nicht zusammen feiern.

Begegnung mit sehr interessanten Menschen
Ein Leitgedanke in dieser kontaktarmen Zeit könnte sein: „Da ich so gerne mit interessanten Menschen zusammen bin, bin ich so gern allein.“ (Verfasser unbekannt) Was in dem Satz recht albern klingt, ist eigentlich ein sehr ernstzunehmender Gedanke: Wie siehst du dich? Kannst du in dir den Wert erkennen, den Gott sieht? Gott hält dich für einen sehr interessanten Menschen, mit dem er auch gern Zeit verbringt, auch völlig „zweckfreie“ Zeit. Nicht nur die Zeit, die du in seinem Wort oder der Fürbitte verbringst. Er möchte mehr, denn er ist auch richtig gern mit interessanten Menschen zusammen, solchen wie dich. Jetzt brauchst du nicht im Kopf die Liste deiner Bekannten durchzugehen, um den wirklich interessanten Menschen zu finden, den Gott meint. Nein, du, genau DU bist damit gemeint! Gott hat dich mit viel Hingabe nach SEINEM Bilde geschaffen. Willst du mal wieder etwas Zeit mit Gottes Ebenbild verbringen? Dann ist jetzt eine geeignete Gelegenheit dazu. Besonders für diejenigen von uns, denen der Virus viel Zeit zu Hause, vielleicht allein, beschert. In der Bibel findest du viele Aussagen darüber, wie wundervoll und schön du gemacht bist, welchen Wert du hast und wie unglaublich ER dich liebt. Geh doch mal wieder auf Entdeckungsreise zu dir selber! Schau dich in Gottes Licht an und bitte ihn um SEINE Sicht auf dich. Dann kannst du einen sehr interessanten Menschen entdecken. Dieser ist es wert, wahrgenommen, wertgeschätzt und gut von dir umsorgt zu werden. Und zwar zur Ehre Gottes, weil ER dich mit viel Liebe gestaltet hat und du es IHM wert bist!        Juliane Hegner

Fundstücke zum Schmunzeln

Grüße und Segenswunsch
Herzliche Grüße, auch im Namen des Leitungskreises! Eine gesegnete neue Woche! Euer Pastor Enrico Klee

Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Treu ist er, der euch ruft; er wird’s auch tun. Amen.             1. Thessalonicher 5,23-24

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Freitag, 27. März 2020

Auszüge aus unserer SamstagsPost zum 28. März 2020

Liebe Geschwister und Freunde der Kreuzkirche
Seid herzlich gegrüßt! Die zweite Woche in der besonderen Corona-Zeit liegt hinter uns. Puuh. Es ist schon ganz schön herausfordernd! Wie geht es Dir? Was sind Deine Erfahrungen in diesen Tagen? Was treibt Dich um? Sorge, Not, Angst? Oder gehst du gelassen deinen Weg? Ärgerst Du dich vielleicht über die Berichterstattung, die außer Corona kaum ein anderes Thema mehr kennt? Oder freust Du Dich schon beim Abendessen auf das Kerze-Anzünden, Singen und beten am Abend um 19.30 Uhr?
Diese zweite Samstags-Post wird ein Wort von Paulus an die Christen in Philippi leiten. Ein Wort, das uns in unseren Sorgen und Fragen anspricht. Es fordert uns heraus, Gott unsere Sorgen zu bringen und uns nicht von den Sorgen gefangen nehmen zu lassen:

Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!
Philipper 4,6

Bild: Enrico Klee

Bibeltext:       Lies Matthäus 6,24-34

Impuls zu Philipper 4,6
„Sorgt euch um nichts!“ Dazu werden wir heute herausgefordert. Aber ich merke: Das ist leichter gesagt als getan. „Sorgen quälen und werden mir zu groß.“ dichtet Peter Strauch. So geht es mir immer mal wieder und auch ganz aktuell. Die klar geglaubte Wohnperspektive ist durch eine unerwartete Entwicklung im Leben unserer potenziellen neuen Vermieter plötzlich gar nicht mehr so klar. Unsicherheit macht sich breit. Es braucht nur ein kleines Schräubchen im Getriebe etwas verdreht zu werden, schon verändert sich etwas und dann klappen sie auf: die Sorgen, die Fragen nach morgen. Was soll da eigentlich dieser Satz? Ist er nicht völlig an der Realität vorbei? Soll ich mich in meinen Sessel setzen und warten bis mir die Tüte Mehl, die ich brauche, in den Schoß fällt? Die Hamster sind meistens schneller als ich. Wenn ich mich nicht darum sorge, dann habe ich irgendwann kein Essen und keine Wohnung mehr. Ich merke schon: So kann das nicht gemeint sein. Nein! Dieser Satz ist kein Argument für Faulheit. Das Wort von der Ameise in den Sprüchen 6,6-8 zeigt mir, dass weise Bevorratung wichtig ist. Ich soll mich um mein Leben sorgen. Wenn das Wort in den Sprüchen nun so steht und Jesus und Paulus das aber so sagen: Was meint Gott dann also?
Ich wage einen Blick in den griechischen Text von Phil 4,6. Dort steht das Wort merimnao. Dieses Wort bedeutet: für etwas oder jemanden sorgen, sich Sorgen machen, sich beunruhigen, grübeln. Wenn ich dann die Worte Jesu aus Matthäus 6 über das Sorgen lese und dieses griechische Wort im Hintergrund habe, dann wird mir klar: Es gibt zwei Arten von Sorgen. Die eine Sorge ist die der Ameise. Auf meine Situation bezogen heißt das: Ja, ich habe die Kündigung meiner Wohnung erhalten. Mein Verstand ist gefordert, mein Einsatz, um eine neue Wohnung zu finden. Ich rechne, recherchiere, telefoniere usw. Und das auch mehrfach. Ich tue, was ich kann. Ich bemühe mich, sorge für eine neue Bleibe. Den zukünftigen Mietvertrag überprüfe ich sorgfältig. Das ist das gute Sorgen, das wir tunlichst beibehalten sollten. Es gibt aber noch ein anderes Sorgen. Mir sprang es beim Wort „Grübeln“ in den Sinn. Ich kann über der Situation schier verzweifeln. Ich kann grübeln: Was wäre wenn in meiner Wohnungsfrage? Wie wird das sein? Was soll ich tun? Punkt. Punkt. Punkt. Meistens sind es Fragen, die ich nicht wirklich gut beantworten kann, die sich aber in mir wie ein Hund am Bein festbeißen. Ich bekomme sie nicht los, sie versperren mir die Sicht und ziehen mich nach unten. Gerne kommt das Grübeln dann, wenn all die lauten Geräusche und leisen Töne des Tages verstummen: abends oder nachts. Dann raubt es mir den Schlaf, die Konzentration, die Freude am Leben. Dieses Grübeln kann meine Sicht auf das Problem oder die Frage um die es geht enorm verzerren. Und es kann den Blick auf die Sonne verstellen. So sehe ich nur die Schatten des Problems, die so groß sind, dass ich aufgeben möchte: Es scheint doch alles zu viel.
Grübeln hat Macht. Sich so zu sorgen hat die Kraft, unseren Blick von dem zu nehmen, der selbst für die Blumen auf der Wiese sorgt.
Darum sagt genau der, der für die Blumen auf der Wiese sorgt und die Vögel unter dem Himmel nicht im Stich lässt: Seht euch die Vögel an! Sie säen nichts, sie ernten nichts und sammeln auch keine Vorräte. Euer Vater im Himmel versorgt sie. Meint ihr nicht, dass ihr ihm viel wichtiger seid? (Mt. 6,26)
Jesus ist sehr deutlich und Paulus aktualisiert und wiederholt es für die Philipper. Es ist wichtig. Gott unterstreicht es mehrfach in seinem Wort: Lass das Sorgen sein! Es bringt dir keinen Moment mehr Lebenszeit! Im Gegenteil: dieses Sorgen schmälert dir deine Lebensfreude und auch deine Lebenserwartung! Und es nimmt dir den Blick auf Gott und seine Möglichkeiten!
Und jetzt? Was soll ich denn tun, wenn ich alles getan habe, was ich vermag und dennoch meine Ängste da sind, wenn die Sorgen aufsteigen und mir die Hoffnung nehmen?
Paulus rät: In allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden. Beim Grübeln über meine neue Wohnung, ob ich sie bekomme oder nicht und wie und ob das was wird und überhaupt, bleibe ich nur bei mir. Ich stelle mir deutlich und teils mit starken Gefühlen die Fragen, auf die ich selbst aber keine Antworten weiß. Im Gebet an Gott wende ich mich an den, der diese Fragen beantworten kann. Ich kann IHM die Fragen stellen, die ich mir beim Grübeln stelle. Mit genauso viel Gefühl: nämlich mit Bitten und Flehen. Ja, auf Knien rutschend kann ich Gott bitten, mir zu helfen. So tun es viele Beter in den Psalmen. Die Bibel ist voll davon. Ich darf und soll sogar Gott nicht nur rein sachlich meine Fragen vortragen, sondern flehen. Das heißt: Gott mein Herz ausschütten, wie es eben ist. Auf gutaussehende Etikette brauch ich da nicht zu achten. Gott will mich echt. Auch mit meinen Schrammen und meiner Not, die ich vielleicht überzogen stark rausschreie. Gebet und Flehen. Das darf ich an Gott richten.
Das Entscheidende kommt nun noch dazu. Aber lieber Paulus, was verlangst du da? Mein Gott, soll ich mich jetzt innerlich verbiegen? „Mit Danksagung“ steht da. Na toll! Dann mach ich‘s halt, auch wenn ich‘s nicht fühle! Etwas in mir sagt: Halt! Es geht nicht darum, dass du dich verbiegst. Der Dank an Gott ist keine Zauberformel, mit der dein Gebet den Passierschein bekommt, um durch die Zimmerdecke zu kommen. Er ist kein i-Tüpfelchen, sondern ein weiterer wichtiger Schritt heraus aus dem Sorgen. Wenn ich mich durchringe, trotz der unsicheren Situation im Blick auf meine zukünftige Wohnung Gott zu danken, dann sehe ich plötzlich vom Problem auf. Für einen Moment, für eine Sekunde, für eine Zeitlang. Mein Blick geht auf das, was Gott in meinem Leben schon getan hat. Auf die Gnade, auf die Gaben, auf die Führung und Begleitung auf meinen Wegen, auf meine Freundschaften, Gemeinde, Beziehungen, Familie usw. Auf sein Kreuz und seine Auferstehung. Dafür sage ich IHM dank. Gebe IHM die Aufmerksamkeit und entziehe meinem Problem das Zuviel an Aufmerksamkeit. Das Grübeln wird dann leiser. Manchmal nur für einen Moment. Manchmal für den Rest der Nacht. Manchmal aber auch für Tage und ab und zu sogar für das gesamte Problem, um das ich immer und immer wieder kreise.
Gebet in Bitten und Flehen mit Dank – das ist wie eine Blume, die sich aufspannt und sich zur Sonne wendet. Sie bleibt offen, selbst wenn die Wolken für einen Moment oder ganze Stunden die Sonne verdunkeln. Das möchte ich auch: Ich will mich stets Gott öffnen und lege IHM immer wieder meine erneut unsichere Wohnungsfrage vor und die anderen Dinge, über die ich grüble und kreise.
Ich will das Meine tun, was im Leben nötig und dran ist, Sorge dafür tragen. Aber wenn die Sorgen mich ersticken, das Grübeln mich herunterzieht, dann will ich Mut fassen, den Kopf schütteln, Gott um Hilfe bitten und flehen und IHM Danke sagen, nach Seinem Reich Ausschau halten. Denn ich weiß: ER sorgt für mich. Das hat er in vielen Situationen getan. Das tut er, ganz gewiss auch in der Wohnungsfrage heute und das wird er auch in den Fragen tun, die mich zukünftig ins Grübeln treiben.
Das wünsche ich dir auch: dass Du im Grübeln immer wieder den Anstoß bekommst, herauszukommen, Gott anzusehen und IHM Deine Bitten und Deinen Dank zu sagen.
Gott sei bei Dir und ER segne Dich dazu!
Dein Pastor Enrico Klee

Ein paar Fragen für Dich:

1.  Gibt es eine Sache, worüber Du im Moment besonders grübelst?

2.  Hält Dich etwas davon ab, Dein Problem Gott zu sagen?

3.  Probier‘s mit Dank: Wofür bist Du Gott in dieser vergangenen Woche oder im letzten Monat besonders dankbar? Sag es ihm! Bete, sag es ihm oder schreib eine Art Dank-Psalm, in dem Du Gott dafür dankst, was er Dir geschenkt hat.

4.  Hast Du einen Menschen, dem Du von deinem Grübeln erzählst? Sprich davon, bleib nicht alleine. Manchmal ist es hilfreich zu zweit zu sein. Dein gegenüber kann Dir vielleicht auch zum Gebet und zum Dank helfen. Hilfe für Dank ist nicht schlimm, sondern genau dafür sind wir als Gemeinde miteinander da.

5.  Alles okay bei Dir? Großartig! Dann bitte Gott doch für die, von denen du weißt: sie grübeln. Und auch für die, von denen Du es nicht weißt.

Lieder zum Thema
Gott ist gegenwärtig (Gerhard Tersteegen)
Meine Zeit steht in deinen Händen (Peter Strauch)

Live-Gottesdienste am Sonntag und gemeinsames Gebet:

Wir laden zum gemeinsamen Gebet ein: Jeden Sonntag um 11.30 Uhr wollen wir jeweils zuhause bewusst aneinander denken und miteinander in unseren Häusern füreinander beten!

Diese Internet-Gottesdienste empfehlen wir exemplarisch:

Für Kinder:

Aus Löhne:
Es wird jeden Sonntag einen aufgenommenen Kurz-Gottesdienst aus Löhne geben. Die Adresse ist diese (Man wird dann auf YouTube weitergeleitet): www.ev-jugend-loehne.de

Gottesdienste Live:

Plus: Gottesdienste bei BibelTV, beim ERF usw.

Eine ausführliche Liste findet sich in einem eigenen Beitrag auf dieser Homepage: Online-Gottesdienste

Vorschau: Karwoche und Ostern – Wie feiern wir es??
In zwei Wochen feiern wir Karfreitag und Ostern. Wir erinnern uns an Jesu Leiden und Tod für uns und an seine Auferweckung durch Gott am dritten Tag. In diesem Jahr können wir leider nicht zusammen feiern. Weil wir aber dennoch nicht nur vereinzelt diese Tage erleben wollen, sind wir als Gemeindeleitung auf der Suche. Wir suchen Deine Ideen und Dein technisches Knowhow. Da nicht alle einen Internetanschluss haben und manche auch keinen TV-Zugang, suchen wir Ideen, wie wir einander teilgeben können, mit und ohne Internet. Eine Idee ist es z.B., einen Gottesdienst in der Karwoche aufzunehmen und im Internet und auf CD/DVD zu verteilen. Dazu brauchen wir aber technisches Knowhow und Leute, die sich gerne hier einbringen, Aufnahmen machen, Videos schneiden und ins Internet hochladen, CDs/DVDs erstellen und brennen, Inhalte vorbereiten usw. Wenn Du Ideen dazu hast oder wenn Du dich mit Videotechnik oder YouTubeKanälen auskennst und mitmachen möchtest, dann freue ich mich auf Deine Rückmeldung dazu an mich bis incl. Dienstag, den 31. März. In der nächsten Samstagspost erfahrt ihr dann, welche Ideen zusammengekommen sind und wie wir gemeinsam einen denkwürdigen Karfreitag und ein fröhliches Ostern miteinander feiern können.

Tipps für Hauskreise, Gruppen und um einfach mal zu reden: Telefon, Zoom oder Skype
Im Moment bestehen deutliche Beschränkungen, was unser Zusammenkommen betrifft. In Gruppen können wir uns nicht mehr treffen. Es herrscht jedoch KEINE Ausgangssperre. Zu zweit sind Treffen an der frischen Luft immer noch möglich. Das bedeutet: Gemeinschaft ist zwar stark eingeschränkt, aber nach wie vor möglich. Natürlich mit dem gebotenen Abstand und Vorsicht. Als Leitungskreis haben wir am Mittwoch den Konferenzanbieter Zoom ausprobiert. Es ist ein Programm, ähnlich wie Skype, mit dem man sich im virtuellen Raum real treffen kann und per live-Schalte miteinander verbunden ist. Wir empfehlen es euch: Wenn ihr einen Internetanschluss habt (sei es am PC oder per Smartphone), probiert doch mal, euren Hauskreis über Zoom zu veranstalten oder euch via Skype oder Zoom zu verabreden. So bleiben wir gemeinsam in Kontakt. Hier sind zwei Links, die euch eine Einführung in Zoom auf eine einfache Weise geben:
Ca. 3,5 Min:    https://youtu.be/hxa9wip7AvM
Ca. 10 Min:     https://youtu.be/LlS53OtEvn8

Herzliche Grüße, auch im Namen des Leitungskreises! Eine gesegnete neue Woche! Euer Pastor Enrico Klee

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.  Philipper 4,7

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Mittwoch, 25. März 2020
Online-Kindergottesdienst
Ein weiteres Angebot für den Sonntag haben wir gefunden und können es sehr empfehlen. Es ist ein Online-Kindergottesdienst. Ihr findet ihn unter dieser Adresse:
https://www.youtube.com/channel/UCsnIncp_DV3YPMkif-4Npgg/featured

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Dienstag, 24. März 2020

Rezept zum Durchhalten
Jeden Morgen und jeden Abend etwas finden,
wofür du danken sagen willst!
Jeden Tag einen Menschen etwas Liebes sagen!
Jeden Tag etwas Schönes anschauen und
dich daran freuen!
Jeden Tag ein Lied singen
auch wenn dir nicht danach ist!
Jeden Tag zu unserem Herrn schauen,
weg von den Umständen!
Laut sagen:
Du bist bei mir, immer und überall
und wirst mich niemals verlassen!
Ruth Heil

Zum Nachdenken
Im Rahmen der uns Stand heute gegebenen Beschränkungen ist das eine durchaus nachahmenswerte Einstellung.

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Für Sonntag, den 22. März 2020 haben wir bereits am Donnerstag eine Liste mit Links zu LiveGottesdiensten oder Aufgenommenen Gottesdiensten veröffentlicht.
Hier ist sie in Kurzfassung, die ausführliche Fassung siehe weiter unten auf dieser Seite.

Wir laden zum gemeinsamen Gebet ein: Jeden Sonntag um 11.30 Uhr wollen wir bewusst aneinander denken und miteinander in unseren Häusern füreinander beten!
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Freitag, 20. März 2020
Impulse zum Wochenenende – Auszüge aus unserer „SamstagsPost“

Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.                                               Daniel 9,18b

Blick über Löhne, Foto: Enrico Klee

Bibeltext:       Lies Daniel 9, 15-19
Impuls zu Daniel 9,18b
Es ist ruhig auf den Löhner Straßen. Und glaube ich den Prognosen der Wissenschaftler müsste es eigentlich noch viel stiller werden. Die Sorge um die Ausbreitung des Corona-Virus dringt bis in unsere zentralen Lebensbereiche: In unsere Beziehungen, in unsere Gemeinschaft. Auch als Gemeinde sind wir davon betroffen. Diese Auswirkungen rufen zwei Reaktionen hervor: Die einen schalten auf Egoismus um. Überlebenstrieb scheint das Gebot der Stunde. Menschlichkeit wird z.B. im Supermarkt über Bord geworfen. Notwendige Hygienemaßnahmen werden mit Füßen getreten. Wie gesagt: das ist die eine, unschöne Seite. Die andere Seite ist erstaunlich: Leute halten sich an die Regeln. Den Anweisungen der Regierenden folgen viele Bürger. Unsere Hoffnung und unser Glaube findet viele neue Wege, sich Bahn zu brechen und zu den Menschen durchzudringen. In Form gemeinsamer Gebete Abends bei Kerzen in den Fenstern zum Beispiel. Wir können vieles, wir richten uns ein. Wir achten gut aufeinander. Wir. Der Prophet Daniel beginnt auch mit dem Wir. Unsere Gerechtigkeit, unser Können, unser eigenes Vermögen thematisiert er. Ja. Wir können viel und wir müssen das auch. Das habe ich in der letzten Woche selbst in unserer Familie mit den Kindern zuhause erlebt. Mitten in diesem Können merke ich aber: Es will so Manches nicht klappen. Ich verzweifle. Ich merke: es fehlt was. In all dem Troubel habe ich den Blick auf Gott, die Zeit mit IHM, zu klein gehalten. Daniels Volk ging es genauso. Es hatte auf die eigene Gerechtigkeit, das eigene Können und Tun gebaut und es ging gründlich daneben. Nun sahen sie die Trümmer ihrer heiligen Stadt Jerusalem und sahen ein: WIR schaffen es nicht alleine! WIR haben uns gründlich verspekuliert. Wir, unser Volk heute, schaffen viel und doch gibt es großes Versagen – bis hin zu Ausgangssperren. Auf unser Können, unsere Gerechtigkeit, sollten wir nicht bauen. Das geht schief. Darum bittet Daniel in Vers 18f.: Gott, vergib unserem Volk! Wir kommen vor dich! Auf deine große Barmherzigkeit vertrauen wir! Sein Blick geht zu Gott. Er weiß: Ja, es sind Trümmer. Aber Gott hats in Händen. Wir sehen überall Corona und wir merken, dass wir kaum etwas dagegenstellen können. Aber: Gott hats in Händen. Ich sehe: Ich kann vieles gut tun und doch klappt lange nicht alles. Aber: Gott hats in Händen. Daniel vertraut Gott. Ich will das auch. Du auch? Inmitten der Corona-Krise ist das ein guter Anfang: Zu sehen: Gott hats in seinen Händen. Das haben mir viele von Euch auch als Wort der Hoffnung immer wieder am Telefon ausgedrückt. Um diese Hoffnung geht es, in diesen Tagen und darüber hinaus: Gott hats in seinen Händen. Ich kann und soll getrost das Meine tun, das, was in meiner Macht steht. Aber vor allem darf und soll ich eins: Vor IHN kommen, IHN anbeten, IHM mein Versagen und meine Angst bringen, IHN um Vergebung meiner Schuld bitten, IHN um Hilfe anflehen und IHM in seiner Barmherzigkeit ganz vertrauen. So wie Daniel. Denn Gott ist der, der alles in seiner Hand hält. Auch dich, auch mich.

Lieder zum Thema
Ich trau auf dich, o Herr
Ich steh in meines Herren Hand (Gemeindelieder No. 359)

Gebet zum Thema: Bete Psalm 103

Aktion „Gebete und Kerzen“ in Löhne
Jeden Abend um 19.30 Uhr zünden Christen in Löhne eine Kerze an, stellen sie sichtbar ins Fenster, beten in der nun folgenden Zeit und lesen ggf. eine Andacht und beenden diese Zeit mit dem gemeinsamen Vater-Unser. In dieser Zeit werden auch die Glocken der Löhner Kirchen läuten. Damit wird deutlich, dass wir trotz wenig Kontakt beieinander sind und dass wir so gemeinsam vor Gott unsere Anliegen bringen und füreinander da sind. Macht gerne mit: Herzliche Einladung dazu!

Artikel für unsere Webseite gesucht.
Du hast einen inhaltlichen Impuls gefunden, einen Gedanken, einen Bibeltext, der dich angesprochen hat, ein Bild, das dich ermutigt hat, hattest ein Erlebnis, das du teilen kannst oder etwas Anderes? Dann melde dich gerne bei mir. Werde es gerne auf unsere Webseite stellen und wenn du magst auch in diese SamstagsPost aufnehmen. Damit bleibt sie aktuell und wir alle werden ermutigt und können noch besser in diesen Zeiten am Leben miteinander Teil haben.

Weitere Aktionen und Webseiten
Eine große Zusammenstellung von Gottesdiensten und Ideen findet Ihr auf den Internetangeboten des BEFG, der FeG und der EKD, so z.B. die Seite „Kirche von Zuhause“ der EKD, zu finden unter:
https://www.ekd.de/kirche-von-zu-hause-53952.htm

Gebet bis zum Ende der Coronakrise:
www.coronagebet.de

Andacht von Benjamin Falk aus Brake zu Daniel 9,18b
Kurz vor der Fertigstellung unserer „Samstags-Post“ erreichte uns noch diese Andacht von Benjamin Falk, der am Sonntag bei uns gepredigt hätte.
Andacht zu Daniel 9,18b „Denn nicht um unserer eigenen Gerechtigkeit willen bringen wir unsere Bitten vor dich, sondern um deiner großen Barmherzigkeit willen!“
Es war kalt. Die Straßen der kleinen französischen Stadt Amiens wurden nur noch von wenigen Menschen benutzt. Die meisten saßen sicherlich zuhause und wärmten sich am Feuer. Aber ein Mann nicht. Er hatte nichts und wusste nicht wohin. Am Stadttor gingen noch einige Menschen ein und aus, also ging er zu ihnen und bat die wenigen vorbeikommenden Leute um Hilfe. Sein Anblick war bemitleidenswert. Sein Körper war vom Schmutz regelrecht umschlossen, seine Kleidung wohl eher für einen heißen Sommertag gedacht und seine Haut hatte jegliche Farbe verloren. Der Mann zitterte vor Kälte, aber niemand wollte ihm helfen. Die Leute drehten sich nur weg oder gingen einfach weiter. Jeder hatte genug mit sich selbst zu tun. Doch was war das. Da hinten kam ein Soldat geritten. Seiner Uniform nach musste es wohl ein Offizier sein. Der würde ihm wohl nicht helfen. Doch zu seinem Erstaunen bemerkte der arme Mann, dass der Offizier gerade auf ihn zu hielt. „Hallo“, grüßte ihn der Soldat auf Französisch und sprang vom Pferd. Die Antwort des Bettlers war kaum zu hören, so sehr hatte ihm die Kälte bereits zugesetzt. Sein Körper bebte. Da zog der Offizier sein Schwert. Der Bettler wollte gerade zurückweichen, als er realisierte, dass der Soldat seinen eigenen dicken warmen Mantel in zwei große Teile schnitt. Der arme Mann war sich im Unklaren darüber, was das zu bedeuten habe und was er tun solle, da lag schon die eine Hälfte des Mantels auf seinen Schultern. Die beruhigende Wärme des schweren Stoffes begann seine steifen Glieder aufzutauen. Ein wohliges Gefühl mischte sich zu seinem Erstaunen und seiner Überraschung. Gerettet. Voller Dankbarkeit wollte er die Hand des Offiziers ergreifen, doch dieser war bereits auf sein Pferd gestiegen und ritt davon.
„Denn nicht um unserer eigenen Gerechtigkeit willen bringen wir unsere Bitten vor dich, sondern um deiner großen Barmherzigkeit willen!“
Der Bettler wusste wohl, dass es nicht sein beeindruckendes Äußeres, sein Reichtum oder seine gesellschaftliche Stellung waren, die den Offizier dazu veranlassten, seinen Mantel mit ihm zu teilen. Es war reine Barmherzigkeit, auf die der arme Mann hoffte. Heute kennen wir jenen Offizier als Martin von Tours.
So ähnlich wie dem armen Mann geht es auch dem Propheten Daniel in Daniel 9. In die Gefangenschaft geführt und weit weg von zu Hause befindet er sich emotional in einem ähnlich kalten Winter wie der Bettler aus Amiens. Und wie der Bettler weiß er, dass ihm keine Wahl bleibt, als um Barmherzigkeit zu betteln. Also fleht Daniel denjenigen an, von dem er sich am meisten Barmherzigkeit erhoffen kann. Er fleht zu Gott. Schreit im Gebet um Hilfe und bittet nicht nur für sich selbst, sondern für das gesamte Volk Israel stellvertretend. Er weiß, dass er vor Gott nicht mit seinem beeindruckenden Äußeren, seinem Reichtum oder seiner gesellschaftlichen Stellung punkten kann, obwohl er als zweitmächtigster Mann im Weltreich der Meder und Perser all diese Dinge im beeindruckenden Maße besaß. Aber darauf baut Daniel nicht.
Stattdessen bekennt er die eigenen Fehler und auch die Fehler seines ganzen Volkes. Der Ungehorsam gegen Gott, das sich Weigern, Gott so zu ehren, wie ER es verdient, hatte das Volk Israel ja erst in diese schlimme Lage gebracht. Darum bittet Daniel um Vergebung und fleht Gott an, trotz allen Fehlern gnädig mit seinem Volk zu sein. Durch Israels Ungehorsam ist nicht nur das Volk Israel in Verruf geraten, sondern auch Gott selbst. Die Völker um Israel verspotten den Gott Israels, weil in ihrem Denken, die Niederlage Israels gleichbedeutend mit der Niederlage Gottes ist. Deswegen bittet Daniel recht kühn darum, dass Gott Israel rettet, um so den anderen Völkern zu zeigen, wie stark und gnädig Gott tatsächlich ist. Mehrfach bezeichnet Daniel dabei Jerusalem als die Stadt, die „nach deinem Namen genannt ist“ (Daniel 9,18.19).
Unsere Situation in Deutschland heute ist vergleichbar mit der Situation Daniels. Wir werden nach Jesus Christus als Christen bezeichnet. Wir leben weit weg von unserem eigentlichen zuhause und befinden uns in einer unsicheren Situation. Wir fragen uns, was wird morgen geschehen? Gibt es bald eine Ausgangssperre? Wie versorge ich meine Familie und mich? Bin ich einer der Risikopatienten? Was ist, wenn alle Läden zu machen und es nichts mehr zu essen gibt? Und während wir so fragen, kommt uns möglicherweise immer wieder der Gedanke: Gott, wo bist du? Warum hast du das überhaupt zugelassen?
Doch es lohnt sich in dieser Zeit nicht, solche Fragen zu diskutieren. Denn letzten Endes kennen wir die Antwort bereits. Es gäbe keinen Krieg, kein Leid, keine Krankheit oder Epidemien, wenn wir Menschen uns nicht von Gott losgesagt hätten. Und so bleibt uns in dieser Zeit, in der wir die Folgen dieser Entscheidung mehr denn je spüren, keine andere Wahl als uns an genau den zu wenden, den wir am Anfang verlassen haben. Nur Gott, nur Jesus Christus, kann uns helfen. Ihn müssen wir anflehen, ihn um Hilfe bitten. Nicht aufgrund unseres beeindruckenden Äußeren, nicht aufgrund unseres Reichtums oder unserer gesellschaftlichen Stellung können wir auf sein Eingreifen hoffen, sondern lediglich aufgrund seiner großen Barmherzigkeit, die er uns vor allem durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz schon vor fast 2000 Jahren gezeigt hat. ER verdient es, dass wir IHN um Hilfe bitten. Denn indem wir IHN bitten, bezeugen wir, dass ER der Einzige ist, der uns helfen kann.
Gottes Charakter lässt uns hoffen und gibt uns in einer unsicheren Zeit wie dieser einen Ausblick auf die Zukunft, die nicht von Schatten überzogen ist, sondern deren herrlicher Glanz alles Dunkel überstrahlt. Darum können wir fröhlich sein, wenn wir IHM vertrauen. ER lässt uns nicht im Stich.
„Denn nicht um unserer eigenen Gerechtigkeit willen bringen wir unsere Bitten vor dich, sondern um deiner großen Barmherzigkeit willen!“
Wir wünschen euch von Herzen Gottes Segen und hoffen, euch bald gesund und munter besuchen zu können. Wann dies der Fall sein wird, weiß nur unser Herr, aber wir sind hoffnungsvoll, dass er es früher oder später ermöglichen wird. Bis dahin beten wir für eure Gesundheit und dafür, dass jeder Einzelne von euch diese Zeit besonders dafür auch gebrauchen kann, um seine persönliche Beziehung zu Gott zu pflegen und zu genießen.

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Donnerstag, 19. März 2020
An den Sonntagen finden bei uns keine Gottesdienste statt. Darum ist es großartig, dass verschiedene vor allem große Gemeinden, live-Streams anbieten oder auch Gottesdienste zum nachhören.
Hier findet ihr Links zu verschiedenen Livestreams

Direkt aus Löhne (Aufgenommene Kurz-Gottesdienste)
https://www.youtube.com/channel/UCuK9eebSoZRI8l-14WV0HeQ

BEFG
https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/live-gottesdienste/

FeGs
https://feg.de/livestreaming-von-gottesdiensten/

ICF:
Zürich (Leo Bigger): https://www.icf.ch/de/live/
München (Tobias Teichen): https://www.icf.church/de/live/

Bibel-TV:
https://www.bibeltv.de/

ERF:
https://www.erf.de/erf-mediathek/erf-web-tv/4072?reset=1

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Mittwoch, 18. März 2020
Nicht alles ist abgesagt…

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Sonntag, 15. März 2020
Wir haben heute Morgen beschlossen und empfehlen der Gemeinde

  • Wir bieten bis mindestens 19.4. keine Veranstaltungen an (Gottesdienste, Kleingruppen)
  • Die Allgemeinen Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes sollen beachtet werden
  • Wer von den Mitgliedern und Freunden der Gemeinde Hilfe braucht (in Sachen Einkauf, Kinderbetreuung etc.) kann sich gerne an die Gemeindeleitung wenden
  • Wir entwickeln kreative Ideen, probieren neue Formen (auch im Blick auf Karfreitag und Ostern), um diese Zeit zu überbrücken
  • wir ermutigen, gemeinsam im Familienkreis auch das Abendmahl zu feiern – dabei unterstützt die Gemeindeleitung bei Bedarf gerne (hierbei spielen Internetangebote und soziale Netzwerke eine steigende Rolle)
  • Das Angebot der Seelsorge besteht weiterhin
  • die Gemeindeleitung ist grundsätzlich per Telefon, E-Mail oder soziale Medien erreichbar

Auf dieser Webseite und den lokalen Aushängen werden die aktuellen Informationen und Impulse bereitgestellt.

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Samstag 14. März 2020:
Der Gottesdienst am Sonntag 15. März findet wie geplant statt. Danach trifft sich die Gemeindeleitung, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Bereits fest steht:
Die Jungschar findet in der Zeit der Schulschließung NICHT statt.
Ebenso wird der BahnhofsGottesdienst am 26. April voraussichtlich NICHT stattfinden.

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Hinweise des BEFG zu Veranstaltungen und zu Hygienemaßnahmen

Auf der Internetseite des BEFG werden allgemeine Hinweise zu Veranstaltungen und zur Hygiene gegeben.
Sie sind unter diesem Link zu finden:
https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gottesdienst-und-infektionsrisiko/

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Eine dringende Bitte
Haltet Euch an die Empfehlungen der Regierung, um das Virus bald möglichst einzudämmen. UND: Hamstert nicht! Gute Vorratshaltung ist wichtig, aber Hamstern ist nicht nötig und auch nicht gut. Denn: es verschlimmert nur die Lage in unserem Land und entspringt purem Egoismus.

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Bild: Enrico Klee