Jesus Christus spricht:
Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich eingeht, so wird er errettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Johannes 10,9

Burgtor in Hirschhorn am Neckar (Bild: E. Klee)

Bibeltext:       Johannes 10,1-10

Impuls zu Johannes 10,9:
Liebe Gemeinde
Wir waren letzte Woche im „Home-Urlaub“. Bei schönstem Wetter haben wir uns auf die Socken gemacht und ein bisschen weiter das Wiehengebirge erkundet. Bei Preußisch Oldendorf fanden wir eine Burgruine. Die Burg Limberg. Wir fuhren hin, machten uns auf den Weg Richtung Burgeingang. Doch wie schon befürchtet: Er war wegen Corona abgesperrt. Glücklicherweise haben Burgen ja die Angewohnheit, dass sie einen Weg drumrum besitzen. Der Weg war schnell gefunden. Und dann stießen wir auf einen Weg von hinten in die Burg hinein. Da war nichts abgesperrt. Abgesperrt war nur der Bereich des Bergfriedes. Der ältere und deutlich marodere Teil war offen und frei zugänglich. So konnten wir doch noch die Burg ansehen, großartig! Wäre sie jedoch intakt gewesen, hätten wir keine Chance gehabt. Burgen kann man ja normalerweise nur über einen Eingang erreichen: das Burgtor. Es ist oft gut befestigt und bewacht, damals von Türhütern oder Soldaten, heute von Kassierern und Ordnungsdiensten. Das Tor ist das Nadelöhr der Burg, hier muss jeder durch, der offiziell in die Burg hinein oder heraus möchte.
Jesus spricht nicht von einer Burg. Er spricht von einem deutlich kleineren, viel weniger stark befestigten Gebäude: einem Schafstall. Doch Schafstall und Burg haben erstaunlicherweise einiges gemeinsam, zumindest damals: Wie in der Burg gibt es nur einen Eingang, nämlich die Tür. Auch sie ist befestigt und manchmal (10,3) sogar mit einem Pförtner versehen. Wer in den Stall hinein- oder von dort herausgehen will, muss das Tor bzw. die Tür passieren.
Burg und Stall geben den jeweiligen „Einwohnern“ Sicherheit. In ihren Mauern sind sie geschützt, da ist es im Winter wärmer als draußen, es gibt Nahrung in knapper Zeit und sie sind eng mit den anderen „Einwohnern“ zusammen. Wer zur Burg oder in den Stall gehört, der steht unter dem Schutz des Eigentümers dieses Gebäudes, der gehört zu ihm. Auch wenn man den Stall oder die Burg verlässt ist das so.
Das Tor, die Tür ist das entscheidende Nadelöhr. Es ist die Engstelle, die geordnet passiert werden muss.
Jesus sagt von sich: „Ich bin die Tür“ (10,7.9). Er ist dieses Nadelöhr. Auf ihn kommt es also an. Er muss „passiert werden“, will ich zu Gott gehören. Und auch auf dem Weg zur Weide muss ich an Jesus vorbei.
Hier wird mir das ganz groß: Jesus ist der einzige Weg in Gottes Welt. Einen anderen Weg in Gottes Reich hinein und damit heraus aus dem Machtbereich des Fürsten dieser Welt gibt es nicht. Wir können drumrum laufen, uns an Mauern hochziehen und hinein schielen usw. Aber wirklichen Eingang finden wir nur, indem wir uns Jesus Christus anvertrauen und IHM unser Leben ausliefern. Solch ein Maß an Vertrauen bringen wir auch auf, wenn wir ein befestigtes Gebäude betreten, wie z.B. eine Burg oder einen Bunker oder ein Gefängnis oder ein Krankenhaus. Wir begeben uns in die Hände der Verantwortlichen dort, vertrauen uns Ihnen an. Vertraue ich mich Jesus an, dann bekomme ich Zutritt in Gottes Reich, in Sein Haus.
Das zweite, was mir deutlich wird: bei Jesus finde ich wirklichen Halt und Sicherheit. Er ist der Ort, zu dem ich immer wieder fliehen kann. Ich bekomme ein Wohnrecht, ein Bleiberecht, einen Aufenthaltstitel: „Bürger“, ja mehr noch: „Kind“ und „Erbe“. Das heißt, egal was passiert, vertraue ich IHM, dann gehöre ich von nun an zu seinem Stall, zu seiner Burg – auf ewig! Damit bin ich in seinem Bereich. Wenn Feinde mich bedrohen, Gefahr „um mich brüllt“, kann ich mich auf Seinen Namen berufen und alles hat zu schweigen. Das habe ich oft erlebt, bei Alpträumen, bei Angst, bei innerer Anklage uvm.. Wo ich mich daran erinnere und mich darauf berufe, dass ich durch Jesus Gottes Kind bin und zu ihm gehöre und IHN um Hilfe anflehe, dort hat das Böse zu schweigen. Es darf nicht rein in Seine Burg, in der ich geborgen bin.
Ich finde drittens Nahrung bei IHM. Er ist das Tor und der gute Hirte (10,2.9-11.27-28). Ich kann gute Weide finden, Nahrung, die mein Herz, meine Seele stärkt. Gottes Wort, die Bibel, ist diese gute Nahrung. Geistlich gesehen kann es sein, dass wir es wiederkauen müssen. Immer wieder lesen, immer wieder hören, immer wieder darüber nachdenken. Und immer wieder werden neue „Nährstoffe“ frei, zeigt Gottes Geist uns andere Dinge. Bei Tieren braucht das Fressen und Wiederkäuen ihrer Nahrung Zeit. Auch wir brauchen Zeit, Gottes Wort „to go“ – einfach runterschlucken und weiter – das rutscht durch und bringt nicht viel. Es durchkauen, immer wieder Gott fragen: Was willst du mir heute sagen? Das ist wichtig. Da bleibt etwas auf Dauer hängen.
Durch Jesus ein- und ausgehen, das heißt: Immer wieder sich IHN vor Augen führen. Darum gibt es durch Luther diesen Grundsatz Was Christum treibet. Das heißt: Ich soll beim Lesen der Bibel schauen: Wo weist Gottes Wort auf Jesus Christus hin? Wo ist er zu finden? Wo wird Sein Wesen deutlich? Und was ist Sein Auftrag oder Seine Frage an mich heute? Spannend! Diese Fragen finde ich auf meiner Kaffee-Tasse wieder: Zugegeben, eine fromme Tasse. Auf ihr steht: WWJD. What would Jesus do? Was würde Jesus tun? Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten und manche Antwort würde sicher einer theologischen Tiefenprüfung nicht standhalten. Aber darum geht es gar nicht. Es geht nicht darum, die Fundamente des Tores Jesus Christus gänzlich zu erfassen, sondern IHN selbst, das Tor im Blick zu behalten und IHM zu vertrauen. Damit richte ich mich nach Seinen Maßstäben, überprüfe meine Motive und muss diese ggf. an IHN anpassen. Vor allem vergewissere ich mich: Ich gehöre zu IHM. Das ist ein guter Start in den Tag, zu erkennen: Ich gehöre zu ihm. und zu fragen: Wer ist er? Was ist sein Auftrag heute für mich? Was würde er wohl in diesem Moment tun?
Das Tor, Jesus Christus, im Blick zu halten, hilft mir aber auch für meinen Grundauftrag, den jeder von uns hat. Wir haben uns ja einmal entschieden, zu IHM zu gehören. Unsere Aufgabe ist es, auf IHN hinzuweisen, anderen durch unser Verhalten, Leben, Zuhören und Reden Jesus groß zu machen, auf die Tür zum Schafstall, zur sicheren Burg zu zeigen, damit auch sie die Burg, den „Stall Gottes“ finden.
Jesus ist das Tor zu Gottes Welt. Das einzige. Vertrau IHM; dann hast du ein Recht, dieses Tor zu passieren und gehörst auf ewig zu Gott. Du bist in Seinem Bereich und kannst Nahrung finden, auf Seinen Weiden, die du entdecken darfst. Führe dir z.B. die WWJD-Fragen vor Augen! Suche und nutze die geistlichen Impulse aus dieser SamstagsPost oder aus Büchern, Videos, etc., die dich im Glauben stärken! Aber vor allem: Grase auf der besten Weide, die es gibt: lies die Bibel! Geh sie durch, z.B. mit einem Bibelleseplan oder indem du dir ein Thema nimmst und nachschaust: Was sagt Gott in seinem Wort dazu? Kau es durch, nimm dir (vielleicht ganz neu oder mehr) Zeit dafür! Ein Bibelleseplan hilft dabei oder auch Bibellese Apps. Gut eigent sich die YouVersion dazu. Unten gibts einige Links dazu.
Und: Zeig anderen, wer Jesus ist, was Du an IHM schätzt, was ER für dich bedeutet. Auch das kann unterschiedlich sein: Schreib ein Gedicht, mach Fotos von Gottes Schöpfung, male, erzähle von deinen Erfahrungen mit IHM, verteile Geschenke mit einem Hinweis auf IHN oder sei einfach für Menschen mit offenem Ohr da… Es gibt viele Möglichkeiten. Wichtig ist: Mach es! Fang an oder mach fröhlich damit weiter! Doch nicht, damit Du dich gut fühlst. Sondern tu, was immer du tust, aus Liebe zu den anderen! Denn so hat Gott es auch bei dir gemacht.
Ich merke, das ist zuweilen ganz schön schwer, ich zweifle manchmal, obs das bringt, und doch merke ich andererseits, wenn ich auf Jesus, das Tor schaue: Ja! Es stimmt! Bei Jesus bin ich sicher, er hat alle Macht und ER ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Sein Wort fordert mich heraus, aber, wenn ich es tue, dann tut es richtig gut. Es öffnet mir und anderen neue Hoffnung und echte Perspektive. Darum freue mich schon jetzt aufs Durchkauen und die nächsten Möglichkeiten, mit Fotos, Worten etc. Menschen zu zeigen, wie Gott ist, nämlich wunderbar, einzigartig, unbeschreiblich, herrlich und ewig.
Herzliche Grüße, Gott segne Euch! Euer Pastor, Enrico Klee

Lieder zum Thema
Es kennt der Herr die Seinen
Du bist der Weg die Wahrheit und das Leben
Kommt in sein Tor mit dankbarem Herzen
Du gibst das Leben, das sich wirklich lohnt
Der Herr mein Hirte führet mich

Gebet: bete Psalm 23

Webseiten und Bibel-Apps fürs Handy / PC

Was bleibt aus der Corona-Zeit?
Ich bin erstaunt, was trotz massiver Einschränkungen in dieser Zeit an Gemeinschaft, Anteilnahme, Nutzung neuer Medien fürs Gemeindeleben usw. möglich ist! Wie wird es werden, wenn wir wieder alle zusammenkommen können? Mich treibt schon jetzt diese Frage um. Was bleibt aus der Corona-Zeit? Was lernen wir? Diese Frage möchte ich an Euch persönlich, liebe Geschwister, an Dich so weitergeben. Vielleicht irritiert sie Dich. Ich wage sie trotzdem. Was ist für Dich positiv an dieser Zeit? Was findest Du gut, im Blick auf Gemeinde, Gemeinschaft, Miteinander, Techniknutzung usw.? Schreib mir gerne ein bis drei Punkte, die gut sind, die wir auf jeden Fall beibehalten oder die wir sogar noch ausbauen sollten.
Natürlich bin ich auch daran interessiert, was Du nicht so gut in dieser besonderen Zeit findest. Was ist negativ für Dich daran? Auch dazu schreibe mir gerne ein paar Punkte, am Besten wieder ein bis drei.
Ich denke, in dieser Zeit legt Gott uns auch eine Chance vor die Füße. Wir könnten gestärkt aus dieser besonderen Phase herausgehen. Darum möchten wir als Leitungskreis gemeinsam mit Euch das entdecken: Was kann das Gute sein? Was bleibt aus dieser Zeit, wenn wieder vieles ganz „normal“ werden wird?
Ich freue mich auf Eure Gedanken! Vielleicht kann ich Euch davon sogar schon in der nächsten Samstags-Post berichten.

Grüße und Segenswort
Ich wünsche Euch eine gesegnete Woche! Bleibt behütet und gesund! Herzliche Grüße, auch im Namen des Leitungskreises!
Euer Pastor Enrico Klee

1. Thessalonicher 5,23-24
Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Treu ist er, der euch ruft; er wird’s auch tun.   Amen.