Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde
„Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht, hört er dein Gebet.“ (Mark Heard / Christoph Zehendner)
In dieser SamstagsPost geht es unter anderen um Lasten und Verletzungen. Einander Lasten tragen, mit Verletzungen klarkommen, trotzdem die Hoffnung nicht aufgeben: Diese Dinge scheinen in dieser Ausgabe an der einen und anderen Stelle durch. Wie wirkt Gott in solche Zeiten hinein? Ist er da? Oder ist er nur dann da, wenn alles glatt läuft? Dieser Frage stellen wir uns in dieser SamstagsPost. Ich wünsche Euch gute Gedanken beim Lesen und grüße Euch herzlich
Euer Enrico Klee

Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit das Übermaß der Kraft von Gott sei und nicht aus uns.
2. Korinther 4,7


Bibeltext:      
2. Korinther 4,7-15

Gedanken zu 2. Korinther 4,7-15:
Liebe Gemeinde
Auf einer meiner letzten Wanderungen bin ich einem Admiral begegnet. Nein. Ich meine nicht einen hohen Offizier in der Marine, sondern einen kleinen, schön anzusehenden und zerbrechlichen Schmetterling. Ich habe auf meinen Wanderungen oft meine Kamera dabei, um wunderbare Aussichten und kleine Schönheiten am Wegesrand über die ich staune im Bild festzuhalten und sie anderen zeigen zu können. Gott ist so großartig in seiner Schöpfung. Den Blick dafür möchte ich mit meinen Fotos öffnen. Auch so ein Admiral ist ein Meisterwerk Gottes! Ich hatte Glück, er tänzelte nicht nur in der Luft umher, sondern setzte sich auf den Weg. Mit gutem Abstand gelang mir dieses Foto. Wunderbar ist dieser Schmetterling, einzigartig, grandios geschaffen! Auf den zweiten Blick trübte sich dieses „heile Welt“-Bild jedoch etwas ein. So ist das mit dem zweiten Blick: unsere Wahrnehmung wird nachjustiert. Dinge werden uns klarer, anderes, weniger Offensichtliches erkennen wir. Beim Admiral fiel mir ein unschönes Detail auf: Er war verletzt, es fehlte ein Stück vom hinteren Flügel. Es sah wie abgebissen aus. Eine Narbe, eine Verletzung. Woher kam sie wohl? Wurde er angegriffen, von einem Vogel vielleicht oder einem Nagetier? Ist er irgendwo hängen geblieben? Er hat auf jeden Fall seine Geschichte. So wie wir Menschen auch. Angriffe, hängen bleiben, Krankheiten, Narben und Verletzungen, so etwas kennen wir doch auch. Dinge, die nicht schön sind und unser Leben zeichnen. Mir ist da Paulus eingefallen. Er schreibt im 2. Korintherbrief in Kapitel 4 von den Unbilden des Lebens, in der Verfolgung von Christen aber auch im „normalen“ Alltag, wie wir ihn ohne Verfolgung erleben. Er und seine Mitstreiter sind bedrängt, verfolgt, niedergeworfen, sehen keinen Ausweg. Sie tragen Jesu Sterben am eigenen Leib mit sich herum. So schreibt er es dort. Welch harte Worte! Verletzungen, Bedrückung, Einschränkungen und Vernarbungen prägen unser Leben, hinterlassen Spuren. Nicht selten kommt da die Frage auf: Warum? Warum ich? Diese Klage können wir an Gott loswerden, sie an IHN richten. Sie ist legitim, auch dann, wenn wir keine Antwort darauf finden. Die heile Welt, das Ideal bekommt Risse. Wie das Idealbild eines Admirals. Er ist eben keine perfekte Zeichnung, sondern ein einmaliges lebendiges Wesen. Dieser Admiral war sehr lebendig. Schon beim nochmaligen Blick erhob er sich in die Luft und flog tänzelnd weiter. Ich bin durch ihn daran erinnert worden: Trotz Narben und trotz ungelöster Warum-Fragen kann es in meinem Leben weitergehen. Das lese ich auch bei Paulus. Es wäre ein sehr deprimierender Briefteil, würde er bei der Aufzählung der Leiden stehen bleiben. Aber er fügt jedem Leiden eine positive Wahrnehmung hinzu. Bedrängt sind sie, aber nicht erdrückt, verfolgt, aber nicht verlassen usw. Sehr deutlich wird diese Wahrnehmung bei der Frage nach dem Ausweg. Er und seine Mitstreiter sehen keinen Ausweg. Und doch weiß Paulus zutiefst: Ich selbst sehe hier keinen Ausweg, ich bin aber nicht ohne Ausweg. Das meint: Ich sehe ihn nicht, aber er ist da, „nur“ mir noch nicht vor Augen. Paulus macht uns hier deutlich: Ja, deine Situation ist vielleicht zum Klagen und absolut ohne jeden erkennbaren Ausweg. Das ist schlimm, wirklich furchtbar! Doch du kannst dich drauf verlassen: Weil Gott bei dir ist, wirst du nicht tiefer fallen als in Seine Hand, wenn du fällst. Und diese Situation, die so mies ist, darf und braucht dir den Glauben nicht rauben! In diesen Situationen, trotz dieser Narben und Probleme, Krankheit und Angst vor dem, was in den nächsten Tagen oder Wochen kommen wird, trotz allem was dir Angst macht sagt Gott dir: Ich bin dabei! Vertraue mir, trotzdem. Nicht du musst stark sein. Ich bin es für dich! Auch Starke, auch Löwen können nicht königlich herumjagen, wenn sie schwer verletzt sind. Doch es muss nicht bei dieser lähmenden Verletzung bleiben. Der Schmetterling saß nicht dauerhaft regungslos auf irgendeinem Stein. Vielleicht saß er direkt nach dem Schock still da, aber dann bekam er wieder Vertrauen, seine Fluchtinstinkte erwachten und er flog weiter. So wie der Schmetterling instinktiv weiß: die Luft trägt mich, so können auch wir uns im Leben trotz und mit unseren Narben und Verletzungen auf Gott verlassen.Der Admiral und seine Verletzung fiel mir auch in einer Situation wieder ein, die ich danach erlebte. Wut und Zorn hatten mich im Griff, weil mich jemand deutlich enttäuscht hatte. Ich war verletzt, Vertrauen war angeknackst und ich hatte die Wahl: bleib ich so, schlucke ichs runter oder will ichs ansprechen, mit der Chance, dass sich die Sache klärt? Ich habe gebetet, mit Gott gehadert, es ihm gesagt, wie bescheiden ich die Situation finde. Und dann konnte ich die Möglichkeiten sehen und habe mich dann doch für das Sprechen entschieden. Im Nachhinein bin ich richtig dankbar: Wir konnten die Sache klären, die Wut war verflogen, die Beziehung wieder auf „Normaltemperatur“. Großartig! Auch wenn das nicht immer klappt und wir manchmal wie begossene Pudel nach so einem Gespräch zurückbleiben, so lohnt sich die Initiative doch immer wieder. Aus der Begegnung mit dem Admiral und aus den Worten von Paulus aus 2. Korinther 4 lerne ich: Es gibt bescheidene Situationen, Lebenswege, die uns nicht gefallen, die uns tiefe Not machen. Doch genau dort wird uns zugerufen: Gott ist trotzdem da! ER hält dich, auch in Not und Verzweiflung! Gib Gott nicht auf! Wenn du keinen Ausweg siehst: wage zu glauben, denn du bist nicht ohne Ausweg, du bist NICHT verlassen, auch wenn sich das im Moment ganz genau so anfühlt. Bleibe – irgendwie – im Gebet zu Gott. Gib ihm deine Verzweiflung, schrei ihm deine Not, bring ihm Deine Verletzung. Immer wieder. Und bitte ihn um „Flügel“ des Vertrauens, die heilen und sich wieder zur Hoffnung aufschwingen können. Er wird hören. Vielleicht haben deine „Flügel“ deines Vertrauens zu Gott und deines Lebens dann eine Narbe mehr, vielleicht bleibt ein Loch im „Flügel“ zurück. Doch darin, dass Gott dich auch im Leiden trägt und du tragfähigen Grund zum Hoffen hast, zeigt nur mehr, wie großartig Gott ist und wie überwältigend seine Kraft wirkt. Gott ist so ganz anders und – zum Glück – so un-menschlich, dass er nicht mit perfekten, sondern mit ganz irdenen, zerbrechlichen Leuten sein Reich baut. Ich wünsche dir in dieser Woche und in der nächsten Zeit so eine Erfahrung, ein „Admiralserlebnis“ in den Nöten und Fragen deines Lebens: dass du spürst: Ja, Gott ist bei mir und seine Kraft hebt und trägt mich.
Dein / Euer Pastor Enrico Klee

Lieder zum Thema
Komm zu Jesus
Gott hört dein Gebet (Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht)
Meine Zeit, steht in deinen Händen
Gottes guter Segen sei mit euch

Gebet:
bete Psalm 31

Informationen zu Gottesdiensten, Gebet und weitere Online-Angeboten
Impuls zum Sonntag auf YoutubeAuf unserem Youtube-Kanal wird es in der nächsten Zeit immer mal wieder einen Impuls geben. Auch musikalische Beiträge haben wir in den Blick genommen. Schaut gerne vorbei. Die Adresse ist auch über das kleine Symbol mit dem Pfeil auf unserer Homepage www.efg-loehne.de erreichbar. https://www.youtube.com/channel/UC0pXAYlugv7wjFUSWaLho7Q

Unser nächster Gottesdienst
Am 21. Juni findet unser nächster Gottesdienst in der Kreuzkirche statt. Ab dann werden wir über den Sommer alle 14 Tage sonntags um 10.00 Uhr einen Gottesdienst feiern. Ihr seid herzlich dazu eingeladen!
Aufgrund der aktuellen Lage gelten für die Gottesdienste die Bestimmungen zur Hygiene und Anmeldung. Daher bitten wir Euch: Meldet euch bitte bis jeweils Samstag am Besten per Telefon unter 05732/9994341 zum Gottesdienst an und denkt auch an den Mund-Nasenschutz.

Persönliche Andacht
Herzliche Einladung zur persönlichen stillen Andacht in der Kreuzkirche. Unsere Kirche ist an den Sonntagen ohne Gottesdienst von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Um 17.45 Uhr gibt es eine kleine Andacht, die diese Zeit abschließt. Wenn ihr die Zeit in Anspruch nehmt, seid miteinander so umsichtig und haltet die bekannten Hygienebestimmungen.

Gemeinsames Gebet
Zudem laden wir weiter zum gemeinsamen Gebet ein: Jeden Sonntag um 11.30 Uhr wollen wir bewusst aneinander denken und miteinander in unseren Häusern füreinander beten!

Aufgezeichnete Gottesdienste aus Löhne:

Gottesdienste für Kinder:

Gottesdienste Live im Internet (Auswahl):

Plus: Gottesdienste bei BibelTV, beim ERF usw.

Gottesdienst auf Farsi
Ein Gottesdienst auf Farsi (in persischer Sprache) ist hier zu finden: www.elam-alive.net

Grüße und Segenswort
Ich wünsche Euch Gottes Begleitung, schöne Momente und tiefgehende Erfahrungen mit unserem Gott! Er, unser Gott, segne Euch! Herzliche Grüße vom gesamten Leitungskreis.

Euer Pastor Enrico Klee

Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unseren Herrn Jesus Christus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. (Hebräer 13,20-21)