Herzlich willkommen in 2021!
Ein neues Jahr hat begonnen. Vieles liegt noch im Dunklen. Schatten sind lang, Tage kurz, was auf uns zukommt nur schemenhaft zu sehen.
Das Jahr steckt wie ein Tag bei Sonnenaufgang noch in den „Kinderschuhen“.

Sonnenaufgang über der Müritz bei Klink in Mecklenburg-Vorpommern; Bild: E. Klee

Was tue ich? Genieße ich diesen Moment? Nunja. Die Tage der Ruhe sind ja vorbei. Die Arbeit wartet nicht. Und so entdecke ich, dass die durch den Lockdown erzwungene Ruhe der Feiertage im eigenen Aktionismus verraucht. Es ist Corona-Lockdown – aber man muss doch was machen, neben dem, was sowieso zutun ist! „Präsenz bei Gottesdiensten geht nicht, also muss es doch anders gehen!“ „Lass uns doch vorangehen!“ Irgendetwas schreit dieser Tage nach Mehr, nach Höher, nach Schneller, nach Weiter – nicht nur bei mir sondern insgesamt im weiten Raum der Kirchen. Irgendwie merke ich: die Handbremse ist aber doch angezogen. Was dürfen wir denn? Was können wir leisten? Was ist gerade dran? Anstatt also Innezuhalten, diese Fragen intensiv vor Gott zu bewegen und zu beten und DANACH zu handeln erlebe ich mich im Hamsterrad des sofortigen Machens, Denkens und Organisierens. Fürs Gebet bleibt etwas Zeit, so nebenbei, aber nicht wirklich viel.
Vielleicht geht es ja nur mir so. Das wäre ein Glück, denn es wäre echt schade, wenn das Jahr für viele äußerlich ruhig und innerlich voller Anspannung beginnt. Ich vermute aber, dass es wie mir auch vielen anderen so geht. Da kommt das Auftanken aus dem Fokus, das Wunder von Weihnachten ist schnell vergessen, die Aufgaben wollen erledigt werden.

Wenn es Dir so geht wie mir, dann lade ich Dich ein zu dem, was auch ich versuchen will: Halte inne, immer wieder. Nimm dir Zeit. Vor jeder Aufgabe: bete zu Gott!
ER hat dein Tagwerk in den Händen, ER ist der, der Dir Kraft und Mut zum Leben schenkt. Und wenn Dein Gewissen Dir einhämmert, das sei Zeitverschwendung, dann antworte kühl und trocken: „Tanken ist notwendig und NIEMALS Zeitverschwendung. Denn ohne zu tanken laufe ich leer.“ Das will keiner, auch und vor allem nicht am Beginn eines neuen Jahres.

Ich wünsche Dir und mir immer wieder den Mut zum Heraustreten aus dem Hamsterrad unserer Aufgaben und Verpflichtungen. Und ich wünsche uns die Erfahrung, dass wir gut „betankt“, also von Gott beschenkt, vorankommen und voller Zuversicht die Schönheiten und die Herausforderungen dieses neuen Jahres 2021 im Vertrauen auf Gott annehmen.

„Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern und hab keine Angst! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.“ (Josua 1,9)

Dein / Euer Pastor
Enrico Klee